Close Encounters – Festival für aktuelle Musik 2026
Seit zwanzig Jahren setzt sich das Schweizerisch-Georgische Festival Close Encounters für Begegnung und Kollaborationen, für experimentelle Spiel- und Denkräume ein. Es ermöglicht den intensiven Austausch zwischen den beteiligten Musiker*innen – über geographische Distanzen, aber auch über Szenen und Stile hinweg: in der Schweiz wie in Georgien positioniert sich Close Encounters bis heute entschieden quer zu institutionellen, stilistischen und szenebezogenen Markierungen und verbindet dadurch auch unterschiedlichste Publika.
https://www.closeencounters-festival.ch
Video (Doku Close Encounters 2025 in Tbilisi, Georgien)
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Giorgi Koberidze: MurMur
Klanginstallation & Performance von Giorgi Koberidze
Giorgi Koberidze ist als Komponist gleichermassen in akustischen wie in elektronischen Gefilden zu Hause, und nicht zuletzt hat er die Musik mehrerer erfolgreicher georgischer Filme der letzten Jahre komponiert, etwa für den im vergangenen Sommer in Locarno mit einer Special Mention ausgezeichneten Film »Dry Leaf«. MurMur ist eine neue installative Arbeit von ihm, die bereits in Georgien Teil des Close Encounters-Programms war. Für die Installation hat er mehrere Tonglocken gegossen, die er als Lautsprecher benutzt. Daraus erklingende, fein auskomponierte Tonspuren schaffen über rund 40 Minuten hinweg einen intimen Raum des Zuhörens und der Reflexion über Verlust, Verfall und Bewahrung. Die Klänge von MurMur sind reich an Geschichte, machen aber gerade die Zerbrechlichkeit von Herkunft und Erinnerung hörbar.
· Giorgi Koberidze: Klanginstallation & Performance
Alexandre Kordzaia: Speedrun
Videogame Konzert/Performance von Alexandre Kordzaia
Mit Speedrun wird Alexandre Kordzaia – eine zentrale Figur der georgischen Elektronik-Szene – ein aussergewöhnliches Projekt vorstellen: Er hat eine Spielumgebung entwickelt, die sowohl Computer-Game als auch eine Art Kompositionstool ist. Wirkt Speedrun auf den ersten Blick wie ein konventionelles 2D-Platform-Spiel, in dem die Spieler*innen eine Figur durch Hindernisse und Landschaften steuern, so erweist sich jede Bewegung, jeder Sprung und jedes gelöste Rätsel zugleich als musikalische Entscheidung, die Töne, Harmonien und Klangtexturen zu einer Komposition fügt. Speedrun verwischt damit die Grenzen zwischen Komponist*in, Interpret*in und Spieler*in und ist auch eine spielerische Reflexion kreativer Handlungsmacht.
Speedrun wird realisiert in Kooperation mit dem niederländischen Ensemble Het Muziek.
· Alexandre Kordzaia: Videogame-Konzert/Performance
https://kordz.live
Ensemble Kiosk & Karolina Öhman
Das Georgisch-Schweizerisch-Deutsche Ensemble KIOSK, bestehend aus Russudan Meipariani, (Tasteninstrumente, Stimme, Komposition), Tamriko Kordzaia (Tasteninstrumente) und Sophie Krayer (Szenographie) hat seit seiner Gründung im Jahr 2021 mit zahlreichen Auftritten im In- und Ausland, einem grossen Repertoire von Alter bis Zeitgenössischer Musik und sehr unter-schiedlichen stilistischen und ästhetischen Ausrichtungen eine bemerkenswerte Reise gemacht. KIOSK bewegt sich an der Schnittstelle von klassischer und experimenteller Musik, Popmusik, Improvisation und Musiktheater; das instrumentale Repertoire umfasst Klavier, Harmonium, Spielzeugklaviere, Synthesizer und Elektronik, Stimmen, Licht und Objekte. KIOSK mäandert durch verschiedene Epochen und Kontexte, mit Originalkompositionen, freier Improvisation und neu arrangierten Stücken von vor 700 Jahren, kombiniert verschiedene Disziplinen und experimentiert mit szenischen Formen der Aufführung. Bei Close Encounters wird KIOSK u.a. ein neues Werk des Georgischen Komponisten Zura Dzagnidze zur Schweizer Erstaufführung bringen. Dabei ist nicht nur die Komposition neu, sondern der Komponist hat dafür auch eigens ein Instrument entwickelt: »Das Springboard«, so beschreibt Zura Dzagnidze dieses, »besteht aus einem Holzbrett, auf dem verschiedene Alltags- und Baumarktgegenstände wie Federn, Sägeblätter, Gummibänder und Messer befestigt sind. Diese werden mithilfe eines einzigen Kontaktmikrofons verstärkt. In Kombination mit der Stimme von Russudan Meipariani sowie dem virtuosen Klavier-spiel von Tamriko Kordzaia und Russudan Meipariani entsteht eine vielfältige Klangpalette, die es ermöglicht, das Stück sowohl rhythmisch als auch klanglich facettenreich zu gestalten.«
Wie im vergangenen Februar in Tbilisi wird auch im Schweizer Teil von Close Encounters die Schwedisch-Schweizerische Cellistin Karolina Öhman als Gast beim Ensemble KIOSK mitwirken.
Ensemble KIOSK:
https://linktr.ee/kiosk2023
· Russudan Meipariani (Tasteninstrumente, Gesang, Komposition)
https://russudan-meipariani.com/
· Karolina Öhman (Cello)
https://karolinaohman.com
· Tamriko Kordzaia (Tasteninstrumente)
https://www.tamriko.net
· Sophie Krayer (Szenographie)
https://atelierklangundraum.com
Homo Freq
Homo Freq, an Experimental Electroacoustic Opera ist das Projekt der georgischen Musikerin Tiko Gogoberidze, gemeinsam mit Nasi Chavchavadze und Lisa Kereselidze, die alle einen Hintergrund klassischer Musik haben. Dies war ein Ausgangspunkt für die Idee einer experimentellen elektroakustischen Oper, ein anderer war die experimentelle Praxis der drei Musikerinnen und ihre Arbeit mit elektronischen Mitteln.
Homo Freq ist darum nicht einfach nur eine Mini-Oper, sondern eine offene Plattform für Experimente – ein Raum, um das alte und unbewegliche Monster Oper zu übersetzen, neu zu denken und ihm frische Möglichkeiten zu eröffnen. Die Mittel reichen dabei von Live-Elektronik und klassischem Gesang über freie Improvisation bis hin zu experimentellen Zugängen – mit einem Libretto, das sich ständig verändert, je nach den Mitwirkenden, die ihre Stimmen und Perspektiven einbringen. Beim Konzert von Homo Freq im MOODS wird der junge, 2003 geborene und in Zürich lebende Komponist und Elektroniker Felix Friedrich mitwirken.
Tiko Gogoberidze gehört zu einer jungen Generation der georgischen Elektronik- und Clubszene, und ihre Musik reicht von technoider Clubmusik über noisig-experimentelle Projekte bis hin Pop und Musiktheater. Bezeichnend für Tikos Arbeit ist ihre Offenheit, mit der sie sich in unterschiedlichen musikalischen Feldern bewegt und dabei immer eine ganz eigene Handschrift beibehält. Nicht nur versierte Elektronikerin ist Tiko Gogoberidze, sondern auch klassisch ausgebildete Sängerin.
· Tiko Gogoberidze: Elektronik, Komposition
https://soundcloud.com/tiko-gogoberidze
· Lisa Kereselidze: Stimme
· Nasi Chavchavadze: Cello, Elektronik
https://linktr.ee/NasiChavchavadze
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