Lange mussten wir uns mit der Ankündigung zurückhalten, nun ist es offiziell. Ab 18 Uhr tritt niemand geringeres als Gringo Mayer im Garten am Naturfreundehaus in der Sandkaute auf.
Gringo Mayer ist ein Phänomen: Mit Songs auf Kurpfälzisch und im abgetragenen 70er-Jahre-Outfit erobert er gerade die Bundesrepublik, war sogar schon zu Gast bei „Inas Nacht“.
Der graue Anzug und die Cowboy-Stiefel sind die Markenzeichen von Gringo Mayer.
Aufgewachsen mit derbem Dialekt von der Straße macht er leidenschaftlich gern Musik. Indie-Pop-Blues – auf kurpfälzisch. Der Mundart-Sänger begeistert deutschlandweit die Menschen. Gringo Mayer fühlt sich selbst trotz Erfolg immer noch als Underdog. Seine Mission: verschiedene Gruppen zusammenzubringen: Die „da oben“ und die „da unten“ miteinander zu versöhnen.
Das Erfolgsmärchen des Ludwigshafeners ist mit Worten kaum zu beschreiben, kurz gesagt „Nimmi normal“. Dabei musste der Kurpfälzer der von ihm erschaffenen Kunstfigur Gringo erst einmal Leben einhauchen. Seine Zwanziger durchlebte der Kurpfalzrocker nach dem Motto: „Bevor ich Geschichten erzählen kann, muss ich welche erleben.“ Das hat er zweifelsfrei und ausgiebig getan, wovon seine Lieder zeugen. Mit authentischen Texten im Dialekt und einer ungeschönten Ehrlichkeit trifft er den Nerv der Zeit. In seinen Songs taucht er tief ein in die Widersprüche der Liebe, taumelt vor bis an den Abgrund, setzt aber im richtigen Moment zum Sprung an.
Er begeisterte mit seinen mittlerweile legendären Konzerten, spielte als Support bei den Donots und eroberte Städte wie Berlin, Köln und Mannheim mit ausverkauften Shows im Sturm. Weiter ging die Tour, bis sie auf dem Haldern Pop Festival ihren Höhepunkt fand.
Und noch was ist klar: Diese Musik leuchtet. Bereits mit der Veröffentlichung der Single „Fabrigg“ im April 2024 ließ Gringo Mayer keinen Zweifel daran, dass Großes bevorsteht.
„Der Song hat mich schon lange begleitet“, sagt Gringo Mayer. „Er handelt vom Monte Scherbelino, mit dem mich eine Art problematische Liebesbeziehung verbindet.“ Dieser Hügel, ein bepflanzter Schutt- und Müllhaufen, ist mit 125 Meter über Null tatsächlich die höchste Erhebung Ludwigshafens. Seine gesamte Kindheit glaubte Mayer, es mit einem einmaligen Naturparadies zu tun zu haben, bis er eines Tages feststellen musste: Diese überwiegend nach dem Krieg aufgeschütteten und später begrünten Schutthaufen gibt es überall in Deutschland.
„Man konnte von dort oben bis zum Horizont gucken. Nur dass am Horizont BASF war und wir auf einem Haufen Müll standen und die vermeintlichen Sterne in Wirklichkeit die Lichter der Fabrik waren“, erinnert sich Gringo an seine Jugend und findet damit das perfekte Bild für geplatzte Träume in einer klassischen Arbeiter*innenstadt.
Der Songwriter durchmisst die Liebe in all ihren Aspekten, als hätte er ein Seziermesser in der einen Hand und in der anderen einen Blumenstrauß. Er blickt unter glitzernde Oberflächen – auf Deutsch ein durchaus riskantes Unterfangen und im Dialekt sowieso, es wird schnell entweder klischeehaft und banal – oder kopflastig und schwer. Doch Gringo Mayer balanciert mit sprachspielerischer Leichtigkeit zwischen aufrichtiger Poesie und dringlicher Ehrlichkeit – und genau hier, in diesem Gleichgewicht, entsteht die Kraft, die seine Zuhörer*innen mit voller Wucht trifft.
In Trebur wird er seine Songs solo ohne Band präsentieren. Ein äußerst intimes Konzerterlebnis.
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