Andi Fischer „Ta Ta ER LÜGT“
Vom 23.11.2025 bis 22.02.26 präsentiert der Mannheimer Kunstverein die erste institutionelle Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Andi Fischer (Nürnberg *1987).
Zu oft fällt in Ausstellungen bei der Betrachtung komplexer Kunstwerke der Satz „Also, das hätte mein Kind auch gekonnt!“. Und die Diskussion über die Korrektheit dieser Aussage ist nicht nur müßig, sondern würde auch ins Endlose ausufern.
Aber wie oft wurde schon beim Anschauen von Kinderzeichnungen gesagt: „Also das hätte ein Künstler auch gekonnt.“? Wohl eher seltener.
Nichtsdestotrotz ist beides auf seine Weise ein schier unlösbares Unterfangen. Denn natürlich kann ein Kind, nicht mal ein Erwachsener, aus dem Stegreif auf die Leinwand oder zu Papier bringen, was ein Künstler nach jahrelanger Ausbildung, Forschung und ständigem Weiterentwickeln seiner eigenen Theorie oder Ausdrucksform eben nur scheinbar simpel auf den Bildträger wirft.
Fischers Werke oszillieren auf eindrucksvolle Weise zwischen Pop, Figuration und kulturellem Gedächtnis. Fischers Malerei lebt von der Spannung zwischen naivem Gestus und subversiver Intelligenz. Seine kraftvollen, bewusst ungelenken Linien, der plakative Farbauftrag und die oft humorvoll-absurden Themen eröffnen einen unverstellten Zugang zur Gegenwart – roh, direkt, poetisch und voller Referenzen auf Geschichte, Kunst und Alltag.
In einer Zeit, in der bildliche Überreizung zum visuellen Grundrauschen gehört, gelingt es Andi Fischer eine eigene Bildsprache zu behaupten. Seine Werke erzählen Geschichten, zitieren Mythen, spielen mit Konventionen und stellen dabei stets die Frage, was Kunst in der heutigen Welt sein kann und will. Der kindlich-naiv scheinende Stil macht die Werke von Andi Fischer einzigartig.
Und doch beweist er mit seinen Referenzen auf die Werke großer Meister, dass es natürlich um mehr geht als ein paar Kinderzeichnungen von Sonne, Mond und Sternen.
Die aktuelle Ausstellung zeigt, dass der Künstler seinem Stil treu bleiben und dennoch sein Œuvre weiterentwickeln kann. Die Werke bleiben in seinem unverkennbaren naiven Stil und schaffen nun völlig neue Welten. Eine nächste Ebene der Narration, die sich nicht mehr am Gesehenen orientiert, sondern eine eigene Welt kreiert. (Alexandre Goffin)
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