Ein prägnantes historisches Datum, das oft mit der Geschichte des Jungbuschs und seines engen Hafen-Umfelds in Verbindung gebracht wird, ist der 17. Oktober 1868 – an diesem Tag wurde die sogenannte Mannheimer Akte unterzeichnet, die die freie Rheinschifffahrt und damit die wirtschaftliche Bedeutung des Rhein-Neckar-Hafens begründete. Diese Entwicklung war ein Grundstein für die spätere urbane und industrielle Prägung des Jungbuschs im 19. Jahrhundert.
Der Mannheimer Jungbusch stellt ein exemplarisches Fallbeispiel urbaner Transformation dar. Als Hafen- und Arbeiterquartier entstanden, war der Stadtteil über Jahrzehnte hinweg geprägt von industrieller Nutzung, Migration, sozialer Verdichtung und struktureller Benachteiligung. Zugleich entwickelte er Formen kultureller Produktivität, ökonomischer Dynamik und urbaner Eigenständigkeit.
Die Führung untersucht den Jungbusch aus historischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Prozesse von Aufstieg und Marginalisierung, Stadterweiterung und Segregation, Stigmatisierung und Selbstbehauptung. Thematisiert werden unter anderem Wohn- und Arbeitsverhältnisse, Migrationsgeschichte, Stadtplanung, Milieubildung sowie aktuelle Narrative der Aufwertung.
Ziel ist keine romantisierende Stadtteilerzählung, sondern eine differenzierte Auseinandersetzung mit den strukturellen Bedingungen, die den Jungbusch bis heute prägen.
📍 Ort: Sackträger Beilstr., Jungbusch, Mannheim,
🕰 Dauer: ca. 2 Stunden
Die Führung richtet sich an historisch, sozial- oder kulturwissenschaftlich Interessierte sowie an alle, die urbane Räume als Ergebnis gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse verstehen wollen.
You may also like the following events from Kulturbrücken Jungbusch e.V.: