** Y X: KOMPLIZINNEN
Sarah Fichtinger & Leonhard Müllner (Screening) · Adina Camhy & Katrin Euller (Radioplay) · Adina Camhy (Sound Performance)
Dienstag, 28. April 2026 · 20:00 Uhr
echoraum, Sechshauserstrasse 66, 1150 Wien
https://echoraum.at/programm/
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Sarah Fichtinger & Leonhard Müllner: Minuswelt (Screening)
Konzept/ Regie/ Kamera: Sarah Fichtinger, Leonhard Müllner
Modding/Kamera: Nikola Supukovic
Musik: Adina Camhy
Work in progress
Mit Minuswelt eignen sich Sarah Fichtinger, Leonhard Müllner (Total Refusal) und Nikola Supukovic das Computerspiel Kingdom Come: Deliverance 2 an und greifen in die digitalen Texturen des Spiels ein. Die Handlung des Spiels, das mit einer besonders geschichtstreuen Darstellung wirbt, ist in der bäuerlichen Gesellschaft des späten Mittelalters angesiedelt. Inspiriert durch neuere historische Forschungen konzentriert sich Minuswelt auf die Repräsentation der Frauen und die utopischen Räume der Frühen Neuzeit. Denn die Privatisierung von Gemeingütern und die Verdrängung von Frauen und ihrer Arbeit in den häuslichen Raum bildeten die Basis für den aufkommenden Kapitalismus zu dieser Zeit. Der Film geht der Frage nach, wie die Rolle der Frauen und ihre damaligen Lebensbedingungen im gegenwärtigen Massenmedium des Videospiels dargestellt werden.
Das pseudomarxistische Medien-Guerilla-Kollektiv Total Refusal erforscht und praktiziert Strategien künstlerischer Interventionen in zeitgenössischen Computerspielen. Es arbeitet mit Mitteln der Aneignung und Umdeutung von Spielressourcen. Seit seiner Gründung 2018 wurde das Kollektiv mit über 70 Preisen ausgezeichnet, darunter der Europäische Filmpreis für den besten Kurzfilm, der Diagonale Filmpreis für den besten Dokumentar-Kurzfilm, der Locarno-Preis für die beste Regie, der Preis für zeitgenössische visuelle Kunst der Steiermark und der Vimeo Staff Pick Award. Total Refusal wurde auf über 130 Film- und Videofestivals gezeigt, darunter die Berlinale (2020), die Doc Fortnight im MoMA New York und das IDFA Amsterdam (2018), und seine Arbeiten wurden in verschiedenen Ausstellungsräumen gezeigt, beispielsweise auf der Architekturbiennale Venedig 2021, der HEK Basel (2020) und der Ars Electronica Linz (2019).
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Adina Camhy & Katrin Euller: Droneland (live radioplay)
commissioned by Ö1 Kunstradio, 2022
Field Recordings, Synthesizer, Effekte, Text: Adina Camhy & Katrin Euller
Stimme: Adina Camhy
Radio broadcast: 11 December 2022, Ö1 Kunstradio
“Droneland” was one of the five finalists for the Palma Ars Acustica 2023 by the Ars Acustica Group of European Broadcasting Union (EBU).
Das 10-minütige Hörspiel Droneland basiert auf Fieldrecordings aus dem Wiener Alberner Hafen, einem Industriegebiet an der südöstlichen Peripherie Wiens – ein scheinbares Niemandsland zwischen Lobau, Donau, Ölhafen, Logistikzentrum, Friedhof und Raffinerie.��Wie klingt die Landschaft am Rand der Großstadt? Welche Geschichte trifft hier auf welche möglichen Zukünfte? Gibt es einen Ausweg aus der kapitalistischen Realität? „Droneland“ nimmt Bezug auf das Audio-Essay „On Vanishing Land“ der Theoretiker und Soundkünstler Mark Fisher und Justin Barton (Hyperdub, 2019), die darin an eine Wanderung entlang der Küste von Suffollk erinnern.
Katrin Euller arbeitet als Sound- und Medienkünstlerin in Wien. Sie studierte Ökologie an der Universität Wien sowie bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste, Wien. Euller arbeitet vorwiegend mit Sound, Bewegtbild und Text und beschäftigt sich vorwiegend mit den Themen Noise, düstere Ökologien, verletzliche Technologie und kollektive Erfahrungen. Mit ihrem Ambient/Noise Projekt „Rent“ spielt Katrin Euller in Clubs, auf Festivals, in Museen und in der Off Szene, heuer unter anderem bei Unsafe + Sounds, Sägezahn, Struma + Iodine und in der Kunsthalle Wien.
Adina Camhy (Sound performance)
Adina Camhy interessiert sich für die drängenden Fragen unserer Zeit, für Technologie, Geschichte und Erinnerung, für Peripherien und Blicke unter Oberflächen. Camhy forscht, dekonstruiert und remixt. Ihre Arbeiten reichen von Video, Sound und Installation bis hin zu Performance und werden im öffentlichen Raum, in Schwimmbädern oder Kaffeehäusern ebenso gezeigt wie auf Filmfestivals, in Kinos und Ausstellungen im In- und Ausland.
In ihrer Musik verwebt sie Elektronik, Field Recordings, Stimme und Effekte und schafft so subtile, verfremdete und unheimliche fragmentierte Klanglandschaften zwischen Noise, Ambient, Drone und Industrial. Ihre Musik ist Teil von Performances, Filmen und Hörspielen.��Camhy studierte Architektur an der TU Graz und der UPV Valencia (ES) und den Master Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien (laufend). Sie erhielt Stipendien, Förderungen und Preise, z.B. das Arbeitsstipendium für Bildende Kunst der Stadt Graz (2025), das Jahresstipendium des Landes Kärnten für interdisziplinäre Kunstformen (2023), die Pixel, Bytes + Film Förderung (2022) oder den Kunstförderpreis der Stadt Graz (2017).��Kürzlich realisierte sie in Bad St. Leonhard im Lavanttal (Kärnten/Koroška) ein temporäres Monument zum Gedenken an die Opfer der Hexenverfolgung im Lavanttal. Das Monument wurde von der Kulturinitiative Container25 initiiert und im Herbst 2025 eröffnet. �In den letzten Jahren verbrachte sie mehrere Monate in Triest im Rahmen von Residencies (AiR Trieste & Clanz Residency), um sich mit dem Thema Karst/Karso/Kras im Kapitalozän zu beschäftigen. Die Live-Konzertmitschnitte „krst“ wurden 2025 von smallforms released.
https://adinacamhy.at/ �
https://soundcloud.com/adinacamhy
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