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Motorpsycho • E-Werk • Erlangen

Motorpsycho • E-Werk • Erlangen


MOTORPSYCHO
13.11.2018
E-Werk // Saal
Einlass 19 Uhr // Beginn 20 Uhr
präsentiert von Star FM Nürnberg & Rcn_nuernberg & Curt Magazin Nürnberg & Bongartz - Musik in allen Formaten

Statt einem üblichen Pressetext zur Band hier ein Ausschnitt aus einem sehr lesenswerten Konzertreview von Oliver Polak, das im Musikexpress veröffentlich wurde.
„Der Komiker und Autor Oliver Polak ist ein „Psychonaut“, ein Hardcore-Fan der norwegischen Band Motorpsycho. Zehnmal hat er die Psych-Prog-Metal-Country-Jazz-Rocker 2017 live gesehen. Für uns berichtet er vom Abschlusskonzert ihrer aktuellen Tournee aus Trondheim. Es ist sein 98. Motorpsycho-Konzert in 24 Jahren.

Ein verschneiter Tag im Dezember. 15 Uhr und draußen ist es schon wieder dunkel. Ich bin müde vom Jahr, kuschel mich in die weiche Hotelbettwäsche ein, im Hintergrund über den iPhone-Lautsprecher erklingt das Kjetil Mulelid Trio mit „Fly, Fly“. Gestern Abend bin ich gelandet. Berlin – Oslo, Oslo – Trondheim. Es ist mein zehntes Konzert dieser Band in diesem Jahr und mein 98. in 24 Jahren. Für mich das erste in der Heimat der Band, an dem Ort, an dem die Musik komponiert wurde, die mich mein Leben lang begleitet hat: Motorpsycho.
Ich bin ein wenig unruhig, da ich die Band vor der Show treffen werde, um Fotos für diese Geschichte zu machen. Obwohl wir uns jetzt schon mehrfach begegnet sind, bin ich immer wieder krass nervös. Es gibt nichts in der Welt, was mich nervöser macht. Falls du dich auch in diese Band verlieben solltest, ist es das Beste, was dir passieren kann. Denn dann benötigst du keine weitere Band in deinem Leben, denn Motorpsycho sind quasi alle deine Lieblingsbands in einer Band. Besser als die Beatles.
Gegründet 1989 in Trondheim, Norwegen. Die wichtigste norwegische und vielleicht kompromissloseste Band in der Rockgeschichte. Immer wenn du denkst, du weißt, wie es weitergeht, liegst du bei ihnen falsch: Sie haben vierzigminütige Stücke, zuckersüße kurze Popsongs, spielen Jazz, Metal, Country und Rock, immer wieder Rock. Motorpsycho sind seit 27 Jahren mit 20 Alben unstoppbar. Immer wieder überdenken, neu denken, niemals Stillstand. Ihre Prämisse: „Lasst uns dort hingehen, wo wir noch nie waren. Lasst uns von dem wegbewegen, was wir schon wissen.“
Ich starre auf den Schnee auf der Fensterbank des Hotelzimmers, das Licht der Weihnachtsdekorationen der Geschäfte der norwegischen Stadt strahlt in mein Hotelzimmer und ich denke an die Motorpsycho-Konzerte im Herbst 2017, denen ich beiwohnte. Amsterdam, London, Frankfurt, Biel, Köln, Berlin und Hannover. Keines war kürzer als 150 Minuten, keine Setlist wie die am Abend vorher.
Auch an mein Jahr muss ich denken, viele Trennungen, beruflich, privat und in der Liebe. Alles, was wirklich geblieben ist, ist mal wieder Motorpsycho. Sie haben mich nie enttäuscht. Eine Enttäuschung ist immer das Ende einer Täuschung. Motorpsycho dagegen sind immer echt, frei von Ironie, frei von angetäuschter Gebrochenheit, frei von maskulinem Rockstarposen. Ihre Lieder sind Riffmonster, die wie auf einen Felsen zu galoppieren und an ihm zerschellen und in sanfte Melodienfetzen zersplittern. Hymnen. Das ist ihre Rolle in der modernen Musikwelt, lange Lieder spielen, Big Shit, in dem sich Leute drin verstecken können. Etwas Beständiges.
Es ist ihre Intensität, ihre Unberechenbarkeit, analoge Verstärker-Armeen, Moog-Fußpedalbasswände, das Leise, wie es gespielt ist, ihre Kompositionen, für jeden Song eine andere Gitarrenstimmung, Live das Gefühl, einen Sturm mitzuerleben, ein Erdbeben, bei dem am Ende dein Magen vibriert und deine Hosenbeine wehen, die Verliebtheit im Zusammenspiel und am Ende ist es einfach ihre Musik, so wie sie ist. Motorpsycho ist pur.
Es ist kurz vor 17 Uhr, ich ziehe mir meine Jogginghose, meinen Schal, meine Jacke und meine Wollmütze an. Ein Blick in den Spiegel und dann los. Das Venue „Byscenen“ liegt auf der anderen Straßenseite gegenüber meines Hotels. Während ich die Treppen zum Venue im ersten Stock hochsteige, höre ich schon die Basswände vom Soundcheck.
Ich öffne die Tür zum Konzertsaal, der einer Kathedrale ähnelt. Hohe Decken und ein Rang. Außer dem Mischer und der Band, die „Mountain“ von ihrem 1993er Meilensteinalbum DEMON BOX spielt, bin ich alleine im Raum. Ich setze mich genau in die Mitte auf den Fußboden und lausche dem Soundcheck. Ich sitze auf dem Parkett, mit dem ich verschmelzen möchte. Ich will gerade an keinem anderen Ort auf der Erde sein. Das Glück des Augenblicks.“



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Map Kulturzentrum E-Werk, Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen, Germany, Erlangen, Germany
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